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Eiskalt erwischt – aber nicht mir Lucky Car!
Die winterliche Kälte sorgt nicht nur für kalte Finger beim morgendlichen Eiskratzen, sondern stellt auch viele technische Komponenten im Auto auf eine harte Probe – von temperaturgeschwächten Batterien über eingefrorene Türdichtungen bis hin zu verschleißintensiven Kaltstarts hat der Winter zahlreiche Angriffspunkte. Um mögliche Schäden zu vermeiden, kommt es vor allem auf die richtige Vorbereitung sowie die korrekte Verhaltensweise bei Minusgraden an.
Vorsicht, Frost!
Sowohl die Wasseranteile im Kühlsystem als auch in der Scheibenreinigungsanlage müssen im Winter stets gegen ein mögliches Einfrieren gesichert sein. Hierfür müssen in den Systemen ausreichende Mengen an Kühlerfrostschutz, bzw. kältefestem Scheibenreinigungsmittel vorhanden sein, ansonsten drohen durch die beim Einfrieren des Wassers auftretende Volumenausdehnung ärgerliche Frostschäden an Schläuchen, Pumpen oder im schlimmsten Fall sogar am vom Kühlwasser durchströmten Motorblock.
Das Motoröl ist dagegen zum Glück nicht vom Einfrieren bedroht, dennoch wird es bei sinkenden Temperaturen deutlich zähflüssiger und braucht daher beim Kaltstart länger, um alle Schmierstellen optimal zu erreichen. Aus diesem Grund sollten hohe Drehzahlen und starke Beschleunigungsvorgänge während der Aufwärmphase unbedingt vermieden werden, das Gleiche gilt für das Warmlaufen im Stand, hierbei wird die Warmlaufphase sowie die Verteilung des Öls und der damit einhergehende höhere Verschleiß lediglich verlängert, stattdessen sollte der Motor bei niedrigen Drehzahlen im Fahrbetrieb möglichst schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden.
Diese Teile brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit bei Kälte
Zu den wohl bekanntesten Kälteopfern unter der Motorhaube zählt die Autobatterie. Die sinkenden Temperaturen verlangsamen die inneren chemischen Prozesse, eine sowieso bereits altersschwache Starterbatterie quittiert dann oft endgültig ihren Dienst. Um Pannen zu vermeiden, kann der Batteriezustand und die noch vorhandene Speicherkapazität in einer Fachwerkstatt mit einem speziellen Diagnosegerät ermittelt werden, üblicherweise haben Starterbatterien eine Lebensdauer von ca. 4-6 Jahren.
Doch auch mit einer fitten Batterie kann bereits das Einsteigen bei tiefen Minusgraden zum Problem werden: Die Tür scheint etwas festgefroren zu sein, ein beherzter Ruck – und schon sind die Gummidichtungen ruiniert. Um vermeidbaren Schäden an den Türdichtungen vorzubeugen, sollten diese regelmäßig mit einem geeigneten Pflegemittel oder einfacher Vaseline behandelt werden, zum einen bleibt so das Gummi auch bei Kälte geschmeidig und flexibel, zum anderen verdrängen die fettenden Pflegemittel die Feuchtigkeit, sodass einem Festfrieren vorgebeugt wird.
Neben den Gummis zwischen Tür und Karosserie benötigen auch die Gummis zwischen Straße und Felge bei fallenden Temperaturen etwas zusätzliche Pflege, denn bei einer Temperaturänderung von 10 Grad Celsius ändert sich der Reifendruck um ca. 0,1 bar. Nach einem plötzlichen Temperatursturz sollte also auch außerhalb der regelmäßigen Kontrollintervalle der Reifendruck angeglichen werden, da die Reifen nur mit dem vorgesehenen Druck auch ihren maximalen Grip aufbauen können, was im Winter eine besonders wichtige Rolle spielt. Bei bereits etwas in die Jahre gekommenen Winterreifen ist zusätzlich mit einer generell etwas schwächeren Performance zu rechnen, denn die Weichmacher verflüchtigen sich nach etwa sechs Jahren so weit, dass die ideale Elastizität bei Kälte nicht mehr gewährleistet werden kann. Obwohl es kein gesetzliches Maximalalter gibt, sollte die empfohlene maximale Nutzungsdauer von ca. acht Jahren also dennoch beachtet werden.
Niedrige Temperatur, hoher Energieverbrauch
Es ist wohl allseits bekannt, dass bei herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren der Treibstoffverbrauch im Winter etwas höher ausfällt, Schuld daran ist vor allem die längere Warmlaufphase, in welcher eine größere Menge Kraftstoff eingespritzt werden muss, um die Betriebstemperatur des Motors und auch des Katalysators zu erreichen.
Obwohl die Ursachen etwas unterschiedlich sind, weisen auch Elektrofahrzeuge bei sinkenden Temperaturen einen steigenden Energiebedarf auf: Da die Antriebsmotoren aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades im Gegensatz zum Verbrenner nicht ausreichend Abwärme erzeugen, muss das Aufheizen des Innenraums mit einem Teil der Energie des Antriebsakkus erfolgen. Die Akkus selbst bevorzugen einen Temperaturbereich von ca. 20-40 Grad Celsius, in diesem Fenster können die elektrochemischen Vorgänge im Fahrbetrieb und auch beim Aufladen ideal ablaufen, daher verfügen auch sie über ein eigenes Heizsystem.
Aus diesen Gründen ergibt sich auch beim Elektroauto besonders bei vielen kurzen Strecken eine niedrigere Reichweite, da das ständige Auskühlen und erneute Aufwärmen äußerst energieintensiv ist. Um diesem Effekt etwas entgegenzuwirken, kann die Innenraumheizung bereits einige Zeit vor dem Losfahren eingeschaltet werden, sodass die Energie für das erstmalige Aufheizen von der Ladesäule und nicht vom Antriebsakku gezogen werden kann. Bei Zwischenstopps empfiehlt sich je nach Möglichkeit auch die Nutzung einer Parkgarage, auch wenn diese unbeheizt ist, ist es doch meist ein klein wenig wärmer als unter freiem Himmel.